Tubolito Road

Tubolito Road – Test der Superschläuche

Da ich mit meinem Leichtbau-Projekt – dem Simplon Kiaro – immer gern in puncto Gewichtsersparnis ans Limit gehe, mussten natürlich auch die Schläuche unter die Lupe genommen werden.
Nur eine Frage drängte sich im Vorfeld auf: ist es überhaupt sinnvoll, eine Gewichtsersparnis bei Schläuchen anzustreben?
Diese Frage soll dieser Artikel mit dem Tubolito Road Test klären.

Die aus Wien stammende Firma Tubolito wurde von einem Chemiker und einem Maschinenbauingenieur gegründet. Ursprünglich waren die beiden Gründer in der Smartphone-Branche tätig und haben nach einem langlebigen Material Lautsprechermembranen geforscht.
Hierbei entstand bei den beiden Mountainbikefahrern die Idee aus Elastomeren High-Tech-Fahrradschläuche herzustellen.

Für den Bereich der Rennräder versprechen die Tubolito Road Fahrradschläuche eine Menge.
Neben einer Gewichtsersparnis von ca. 70 Gramm im Vergleich zu herkömmlichen Schläuchen (pro Paar) wird auch ein erhöhter Pannenschutz bei Durchstich angepriesen.
Man soll bei einem Durchstich doppelt so viel Kraft benötigen, um den Schlauch kaputt zu machen, wie bei einem herkömmlichen Schlauch.

Der Tubolito Road lässt sich in Rennradreifen von 18-28mm Breite einbauen. Er ist auch für hohe Laufradsätze geeignet und ist in den Ventillängen 24 mm, 60 mm und 80 mm verfügbar.

Der Tubolito Road und die Gewichtsersparnis

Diese Versprechungen sind natürlich recht verheißungsvoll. Nur sind die Angaben von Tubolito wirklich wahr? Wie kann ein Schlauch nur so viel weniger wiegen und trotzdem haltbarer sein?
Zuerst einmal habe ich das Gewicht überprüft. Wie man in meinen anderen Artikel schon gesehen hat, mache ich die Tests immer mit meiner hervorragend NICHT-geeichten Küchenwaage für einen 10er.
Da die Waage aber in anderen Tests schon recht zuverlässige Ergebnisse erzielt hat, nutze ich sie hier natürlich wieder. Sollte jemand mit anderen Ergebnissen um die Ecke kommen, hab ichs wenigstens erwähnt…

Tubolito Road Schlauch Gewicht

 

 

 

 

 

 

Mit angezeigten 39 Gramm hat Tubolito mit seiner Gewichtsangabe von 38 Gramm also nicht geflunkert – sagt die Küchenwaage 😉

Hier übrigens mal zum Vergleich der alte Schlauch:

Test Tubolito Road

Kleine Rechnung:
Gewichtsersparnis durch den Wechsel auf die Tubolito Road pro Schlauch: 34 Gramm
Gesamtersparnis (bei zwei Schläuchen) – 68 Gramm!

Der Tubolito Road im Alltagstest

Der Einbau der Schläuche erwies sich als recht leicht.
Er lässt sich ähnlich easy verbauen, wie ein normaler Schlauch aus Butyl oder vergleichbaren Werkstoffen.
Was auffällt: er hat eine deutlich differente Oberfläche. Wo ein handelsüblicher Schlauch sich nach Gummi anfühlt (und riecht), ist ein Tubolito Road Schlauch von der Konsistenz eher mit einem Müllbeutel vergleichbar.
Sorry Tubolito-Guys – nix für ungut 😉
Wenn man den Schlauch ausgerollt hat, staunt man wirklich über die geringe Materialstärke.
Ob das wirklich hält?

Die ersten Kilometer mit den Schläuchen haben mich dann überrascht.
Man fühlt wirklich ein wenig den verringerten Rollwiederstand. Cool!
Ich würde es vergleichen mit einem Umstieg von Billo-Laufschuhen auf ein teures Modell, was nicht wie Klötzchen an den Füßen hängt. Das trifft es ganz gut…

Zur Zeit habe ich mit dem Simplon Kiaro in Verbindung mit den Continental Grand Prix Force & Attack (Test hier) knappe 2000 Kilometer abgespult. Bis her ist alles gut gegangen.
Kein Schlauchplatzer und auch keine anderen Probleme. Ich hatte im Vorfeld etwas widersprüchliche Rezessionen auf Amazon gelesen, welche den Schläuchen von Tubolito eher ein gemischtes Feedback gegeben haben. Das kann ich so nicht bestätigen. Bei mir halten die Jungs gut durch.
Ich würde allerdings eh bei 3000 – 3500 Kilometern präventiv einen Tausch durchführen.
Man solls ja nicht provozieren!

Fazit zum Test der Tubolito Road Schläuche

Vorweg: Ich bin zufrieden mit den Tubolito Road.
Im Vergleich zu „normalen“ Schläuchen habe ich 68 Gramm Gewicht einsparen können.
Das ist für den Preis von knapp 60€ okay. Hört sich viel an – aber wir bewegen uns ja auch im Highend Segment des Leichtbaus 😉

Continental GP Attack Nahaufnahme

Schöner Bonus übrigens:
Es gibt ein Flickenset, welches speziell für die Tubolito Road Schläuche gedacht ist.
Das sind im Prinzip Klebepatches, die selbstklebend eine auftretende Undichtigkeit versiegeln sollen. Ich kam zwar noch nicht in den Genuss, diese verwenden zu „dürfen“ – aber durch die Patches nehme ich zur Zeit keinen Ersatzschlauch mehr mit, sondern nur noch das kleine Patch-Paket. Ist wirklich praktisch für unterwegs.

Die allgemeine Haltbarkeit habe ich ja schon in meinem persönlichen Test positiv hervorgehoben.
Es gibt ein paar negative Rezessionen, die Undichtigkeiten am Ventil bemängeln oder die allgemeine Haltbarkeit in Frage stellen, aber das konnte ich nicht feststellen.
Alles prima soweit bei mir.

So hat sich die Investition letztlich für mich bezahlt gemacht. Gewicht gespart – Fahrverhalten etwas optimiert – und das für knapp 60 Eus.
Was will ich mehr 🙂

Ich hoffe, euch hat der Test etwas geholfen. Vielleicht denkt ihr selbst über die Anschaffung von Tubolitos nach – meiner Meinung nach lohnt sich der Kauf.

Hier noch ein Bild des Simplon Kiaro mit den verbauten Tubolito Road Schläuchen – ich finde die orangen Ventile zwar nicht so geil, aber sie fallen kaum auf:

GP Force Attack montiert am Simplon Kiaro

Viele Grüße und Kette rechts 😉
Hans

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