Top 10 der besten Raspberry Pi Projekte

In den letzten Jahren ist der Raspberry Pi immer populärer geworden. Das kleine Ding ist erstaunlich vielseitig und flexibel in den Anwendungsbeispielen.
Hier nun meine persönliche Top 10  der besten Raspberry Pi Projekte zum Sammeln von Ideen oder gleich direkt zum nachbauen.
Viel Spaß beim stöbern!

Platz 10: Raspberry Pi als Wandkalender nutzen

Jeder von euch hat wahrscheinlich irgendwo zuhause einen Wandkalender hängen um die wichtigsten Termine immer im Blick zu halten.
Gerade wenn man die gesamte Familie managen will, ist das nicht immer einfach.
Jemand schmiert was rein, radiert was raus oder trägt einen Termin gar nicht erst ein, weil er nicht in der Nähe des Kalenders ist.
Und ist man dann zuahuse, vergisst man den Termin einzutragen.

Da kennt das nerdige Familienoberhaupt aber Abhilfe 😉

Mithilfe eines ausgemusterten Monitors und dem Raspberry Pi.
Kurzanleitung: Man installiert die Google Kalendersoftware auf dem Raspberry Pi , baut ihn in ein schickes Gehäuse mit Monitor und hängt das ganze Konstrukt an die Wand.
So hat man ab sofort alle Termine „digital“ im Blick.

Vorteil dabei: Alle Familienmitglieder können den Kalender dann ebenfalls per App ansteuern und editieren. So sind die Kids immer up2date, wenn mal wieder ein Familienausflug bei Oma ansteht 🙂
Für Experten: An den Raspberry Pi einen Infrarot-Bewegungsmelder anklemmen und den Monitor nur anschalten, wenn man vor dem Kalender steht.

Wie man das ganze im Einzelnen fertig zusammenbastelt, steht hier genau beschrieben.

Platz 9: Raspberry Pi als Mediaclient mit RasPlex

Wenn ihr glücklicher Besitzer eines NAS seit, z.B. einer Synology DS216PLAY (welche sich btw. in meinem Besitz befindet und einen hervorragenden Job erledigt), dann kann man an mit einem auf dem NAS System installierten PLEX Server ein eigenes Mediathekensystem aufbauen.
Der PLEX Server ist in der Lage eure Film- und Musiksammlung automatisch im Netzwerk bereitzustellen und das mit allem Zipp und Zapp.
Beschreibungen der Titel / der Handlung, sowie Coverbilder, etc lädt ein PLEX Server automatisch herunter und ihr müsst euch neben dem Import der Mediendateien eigentlich um gar nichts kümmern.
Habt ihr dann noch einen (oder natürlich mehrere) Raspberry Pi am Start, könnt ihr mit dem speziell für PLEX Server gebauten Image RasPlex ganz simpel einen Mediaclient bauen, der all eure Inhalte vom PLEX Server auf dem Raspberry Pi am Fernseher wiedergibt.

Ziemlich cool dabei ist, das ihr mit einer passenden Handyapp auch noch den RasPlex Client per Fernbedienung bedienen könnt.
Insgesamt gesehen meiner Meinung nach der beste Media Client am Markt zur Zeit. Das RasPlex Image kann man auf http://www.rasplex.com/ herunterladen. Es muss nur auf eine SD Karte geschrieben werden – fertig! Plug and Play 😉

Platz 8: Garagentor öffnen mit Siri und dem Raspberry Pi

Ein Nutzer namens „DarkTherapy“ hat im englischen Raspberry Pi Forum einen sehr coolen Artikel gepostet, in dem er genau beschreibt, wie er mithilfe eines Raspberry Pi sowie einem Siri Proxy sein Garagentor per Sprache öffnen kann.
Theoretisch funktioniert das mit ein bisschen Bastelei auch für andere Türen 😉
Der User „DarkTherapy“ hat in dem dazugehörigen Beitrag auch ein Youtube Video zu seinem Werk gepostet. Ihr findet den Beitrag hier.

Platz 7: Raspberry Pi als NAS mit OpenMediaVault

Ein NAS System ist eine feine Sache.

Hat man nicht das nötige Kleingeld, um sich ein zugegebenermaßen schon recht hochpreisig angesiedeltes „professionelles“ NAS System wie z.B. ein Synology DS216PLAY (mein Favorit), aber es fliegt irgendwo noch ein Raspberry Pi herum und man hat noch zumindest eine externe USB Festplatte über, dann kann man daraus ein hervorragendes NAS selber bauen.

Mithilfe der Open-Source Software „Open Media Vault“ ist das kein Problem.
Open Media Vault kann beidem Funktionsumfang im Vergleich zu kommerziellen Lösungen fast immer mithalten. Sei es Dropboxintergration, Webinterface oder die Anbindung von externen Plugins. Open Media Vault erweist sich hier als Multitalent erster Güte!

Ich spare mir hier eine lange Anleitung zur Installation, da die Kollegen von Heise wirklich ein hervorragendes Tutorial abgeliefert haben. Ihr findet es hier.

Platz 6: Magic Mirror – intelligenter Badezimmerspiegel zum Lowcost Budget

Manchmal sieht man schon in irgendwelchen Reichen-Dokus die intelligenten Badezimmerspiegel. Der Spiegel zeigt beim herannahen zum Beispiel das aktuelle Wetter, die anstehenden Termine sowie die aktuellen Headlines und Nachrichten an. Wie geil, dass es eine Open Source Community gibt, die das gleiche mit einem Raspberry Pi durchgezogen hat.

Man nehme:
1x Durchsichtige Spiegelfolie
1x Raspberry Pi
1x Raspberry Pi 3 Netzteil
1x SanDisk Ultra microSD Karte 16GB mit Adapter
1x BenQ EW2775ZH 27 Zoll (AMVA+ Panel und schmaler Rand)
1x Acrylglas Zuschnitt für Magic Mirror
1x Selbstbaurahmen aus Holz
(es gibt leider keine passenden Bilderrahmen, Eigenbau ist immer am Besten)

Alles in Allem kommt man ca. auf 300 – 350€ an Material – kein billiger Spaß.
Rechnet man den Monitor raus (ich habe extra dieses Modell empfohlen wegen dem dünnen Rand und dem für den MagicMirror hervorragend geeigneten AMVA+ Panel), dann wirds natürlich günstiger.
Viele von euch haben ja noch irgendwo einen nicht mehr benötigten Monitor herumstehen – der ist natürlich eine immense Kostenbremse bei dem Projekt.

Vergleicht man kommerzielle Projekte, wie z.B. dem SAMSUNG ML55E Mirror Display für schlappe 2000 Euronen, dann erkennt man schnell, dass der Selbstbau sich wirklich lohnt. Zudem kann man beim Selbstbau noch alles nach seinen Vorstellungen anpassen – handwerkliches Geschick natürlich vorausgesetzt.

Die passende Software und ein paar Eindrücke von dem Projekt findet ihr hier.

Platz 5: Zero Pi Boy – Retro Gameboy selbstgemacht

So ziemlich alle alten Konsolenklassiker und Arcadespiele auf einem kleinen handlichen GameBoy zocken?
Ja – das wird Wirklichkeit, mit einem Raspberry Pi Zero W , einem Gameboy Ersatzgehäuse und einem Pi GRRL Zero Set.
Alternativ kann man auch ein 3D-gedrucktes Gehäuse nehmen, in den ein vollständiger
Raspberry Pi rein passt. Hier hat man dann noch viel mehr Möglichkeiten 😉

So ein Gehäuse sieht dann so aus:

Die Software hierfür ist übrigens die Gleiche, wie bei anderen Arcade-Projekten.
Ihr könnt euch hier an meine Anleitung halten:
Arcade Bartop Software Anleitung

Platz 4: Raspberry Pi als ownCloud Server

ownCloud auf dem Raspberry Pi als Cloudserver ist echt eine geniale Sache.
ownCloud hat sich in der letzten Zeit wirklich gemausert!
Es ist bei Weitem keine reine „Datencloud“ mehr, sondern eine All-in-One Lösung, wenn es um den Zugriff und die Verwaltung der eigenen Dateien geht.
Ob mit dem Handy (per APP) oder der Zugriff mit einem PC oder Mac – alles kein Problem.

Neben der reinen Dateiverwaltung kann ownCloud noch viel mehr, z.B. Adressbuchsynchronisation, einfache externe Bereitstellung, Dateiversionsverläufe, Benutzerverwaltung, Direktes Abspielen von Multimediainhalten, Editierfunktion für Dokumente, Kommentare, etc…

Ihr bekommt ownCloud von der Projektwebsite – und zwar hier

Die Installation auf dem Raspberry Pi ist relativ einfach.
Da es aber etwas länger dauern kann, erspare ich mir an dieser Stelle eine komplette Anleitung und verweise an Google.
Google ist dein Freund 😉

Platz 3: Eigener Mailserver mit einem Raspberry Pi betreiben

Jeder, der gerne seine E-Mails selber verwalten und hosten möchte, kann dies relativ einfach mit einem Raspberry Pi tun.
Es gibt ja verschiedene Gründe für einen eigenen Mailserver… Sei es, dass man die Datenhoheit über seine eigenen Mails haben möchte oder man diesen in einem kleinen Unternehmen einsetzen will – mit der Open Source Software Citadel und dem kleinen Raspberry Pi kein Probblem.
Schön bei der ganzen Sache ist, dass Citadel nicht nur eine All-in-One Lösung für SMTP, IMAP und POP3 ist, sondern auch noch viele weitere Features wie Kalender, Adressbuch und Webinterface anbietet.
Somit kann man aus einem kleinen Raspberry Pi eine wirkliche Steuerzentrale für die eigenen Mails machen.
Gerade diese Funktionen machen das Konzept auch für kleine und mittelständische Firmen wirklich zu einer Exchange Alternative!

Eine sehr gute Anleitung in Einzelschritten findet man hier.

Platz 2: Raspberry Pi als Alarmanlage verwenden

Der Raspberry Pi eignet sich hervorragend, um damit eine eigene Alarmanlage zu bauen.
Sei es eine Lösung nur mit Bewegungserkennung, wozu die Raspberry Pi Infrarot und Ultraschall-Bewegungsmelder ja bestens geeignet sind.
Auch die Überwachung der eigenen vier Wände mit einer Raspberry Pi Kamera Modul IR Filter mit Tag/Nachterkennung ist überhaupt kein Problem mehr.
Und all das wird dann noch gekrönt durch das automatische scharf- und unscharf schalten per WLAN Signal auf dem Handy.
Verlässt man mit dem Handy den WLAN Bereich der eigenen vier Wände, wird automatisch scharf geschaltet.
Komfortabler gehts eigentlich kaum noch.

Einige gute Anleitungen für solche Konfigurationen finden sich hier und hier.

Platz 1: Ein Retro DIY Bartop Arcade mit dem Raspberry Pi selber bauen

Ok, nicht ganz unvoreingenommen geht das oberste Treppchen der Raspberry Pi Projekte an das Retro Arcade Bartop auf Basis eines Raspberry Pi.

Ihr findet den gesamten Artikel hier:

DIY Anleitung Retro Arcade Bartop

und die passende Software dazu hier:

Arcade Bartop Software Anleitung

So sieht der ganze Spaß dann aus:

DIY Retro Arcade Bartop

DIY Retro Arcade Bartop - Plan

Ich hoffe ihr habt bei meinen Top 10 ein bisschen was mitnehmen könne – im besten Fall neue Projektideen. Frohes basteln!

Gruß
Hans

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