Test Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer mit Zwift

Warum ein Rollentrainer?

Bei Regen , schlechtem Wetter oder im Winter schaut man als Rennradfahrer aus dem Fenster und sehnt sich nach einer trockenen und warmen Straße.
In dieser Situation war ich schon sehr oft. Das Wetter ist schlecht, aber die Beine wollen, was die Beine nun mal wollen!
Daher hier mein Testbericht zum Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer.

Bei Regen oder Kälte kann man sich passend anziehen. Das macht zwar nur bedingt Spaß, aber im Winter ist es bei den meisten von uns dann ganz aus mit den schönen Ausfahrten.
Somit habe ich sehr lange mit Alternativen beschäftigt.
Ich habe zig Forenbeiträge gelesen, mich durch Facebook-Gruppen gestöbert
(Gruß an die Badewannen-Gang) und diverse Youtube-Videos durchgeschaut.

Nach meinen zahllosen Stunden der Recherche wusste ich nun aber endlich, was ich will:
Ein Rollentrainer soll es sein!
Ich will mein normales Rennrad dafür nutzen und möglichst realistisch mein Training draußen durch Indoortraining substituieren! So bin ich dann auf den Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer gekommen.

Freie Rolle vs. feste Rolle

Es gibt zig verschiedene Varianten von Rollentrainern, somit musste ich – bevor ich mich für eine Marke oder ein Modell entscheide, mich erst mal auf ein Grundprinzip festlegen. Und hier gibt es genau zwei Varianten: die freie Rolle und die feste Rolle.

Bei der freien Rolle, wie z.B. bei der Tacx Trainingsrolle Galaxia T1100 oder der Elite Arion Mag hat man den Vorteil, dass man das Rad einfach problemlos drauf stellen kann und direkt losdüst. Das ist aber IMHO der einzige Vorteil.
Viele Profis trainieren mit freien Rollen, aber die Nachteile für mich als „semi Amateur“ liegen da deutlich schwerer.
Eine freie Rolle ist schwer zu fahren, da man das Gleichgewicht selbst halten muss. Ist man einmal unaufmerksam, legt man sich fies in die Waagerechte. Zudem kann man die Geräte nicht mit dem PC koppeln um damit virtuell durch die Gegend zu fahren. Der Widerstand der freien Rolle muss immer manuell geregelt werden – von daher fiel die freie Rolle für mich raus.

Die feste Rolle hingegen bietet sehr viel mehr Komfort und technische Spielereien sind problemlos möglich. Die feste Rolle bietet hier zur Zeit zwei verschiedene Montagekonzepte.

Es gibt feste Rollentrainer wie den von mir gewählten Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer oder als gute Alternative den Elite Qubo Digital Smart B+ , bei dem das Hinterrad eingespannt wird. Hier wird dann mit dem Hinterrad eine elektromagnetische Rolle bewegt, die den Widerstand produziert und die Leistung misst (bei „smarten“ Varianten).

Neben diesem Konzept gibt es auch (sehr viel teurere) Rollentrainer, bei denen nicht das Hinterrad für den Antrieb genutzt wird. Bei diesen Modellen ist wiederum der Rollentrainer über eine Kassette direkt mit eurer Kette angetrieben. Diese Variante ist dann das Premiumsegment unter den Rollentrainern.
Beispiele für sehr gute Modelle wären da zum Beispiel der Tacx NEO Smart T-2800 oder der Wahoo Fitness Kickr 2.

Wenn man ein unbegrenztes Budget hat, dann ist das mit absoluter Sicherheit die bessere Wahl. Aber ich wollte mit einem möglichst geringen Budget ein gutes Ergebnis erzielen – wer weiß schon, ob die Motivation zum Rollentraining nicht doch schneller abflacht als gedacht 🙂

Warum also der Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer ?

Wie schon erwähnt möchte ich unbedingt einen Rollentrainer haben, der „smart“ ist.
Es gibt am Markt bedeutend günstigere Modelle, wie z.B. den Yahee Rollentrainer für nen glatten Fuffi. Aber diese Modelle kann man nicht mit seinem PC koppeln – solche Geräte sind also ohne Auswertungsmöglichkeiten (man könnte über Umwege – z.B. smarten Wattmessern direkt an der Kurbel schon, aber dann wird es sau teuer und es ist nur Frickelei).

Ein „smarter“ Rollentrainer kann mit einem PC oder Tablet per Ant+ und Bluetooth kommunizieren und das Allerwichtigste: er kann dynamisch über externe Software angesteuert werden um den Widerstand dynamisch zu regeln.
Wenn also eine Steigung kommt, dann wird der smarte Trainer das erkennen und den Berg durch eine höhere Schwierigkeit simulieren. Das kann eine Rolle ohne der entsprechend verbauten Logik nicht.

Wie schon erwähnt habe ich lange recherchiert – und mir dann abschließend den Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer beim großen „A“ bestellt. Er hat einfach das beste Preis-Leistungsverhältnis und die Firma Tacx hat in allen Beiträgen, die ich so durchstöbert habe, die besten Bewertungen bekommen.
Ich kann vorweg nehmen: Ich bin auch ziemlich gut zufrieden!

Lieferumfang und Aufbau des Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer

Im Lieferumfang Enthalten sind:

Der Aufbau gestaltet sich ziemlich einfach. Man muss nur die Motoreinheit an den Rahmen des Rollentrainers schrauben und für sein Rad einstellen.

Es gibt 3 verschiedene Höheneinstellungen – für Rennräder ist es übrigens die mittlere. Man kann auch Mountainbikes oder Trekkingräder einspannen. Software wird übrigens nicht mitgeliefert, die muss man sich selbst herunterladen.

Sinnvolles Zubehör

Es gibt ein paar Dinge, die sollte man zusätzlich zu dem Rollentrainer auf jeden Fall gleich mitbestellen. Zum einen wird kein geeigneter ANT+ Empfänger für den PC mitgeliefert.
Den muss man auf jeden Fall mitbestellen, da man sonst keine Verbindung zum PC aufbauen kann.
Man kann den Rollentrainer auch mit dem Handy oder Tablet verbinden (die im Regelfall ANT+ von Haus aus beherrschen), aber es macht nur wirklich Spaß an einem PC / Fernseher mit großem Bildschirm.
Meine Empfehlung hier ist der onlydroid Wireless ANT + USB-Empfänger .
Er funktioniert wunderbar bei mir und hat eine sehr gute Reichweite sowie keine Verbindungsabbrüche.

Ein Rollentrainer ist leider nicht ganz leise. Mit normalen Straßenrädern und ohne geeignete Unterlage ist der Geräuschpegel etwas hoch. Daher rate ich jedem, der sich für einen Kauf entscheidet, gleich einen speziellen Mantel und eine passende Unterlage mitzubestellen.
Damit wird der Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer deutlich (!) leiser.

Meine Empfehlungen hier:

Mantel: Schwalbe Insider Trainingsreifen

 

 

 

 

Unterlage: Ultrasport Fitness Multifunktionsmatte in 200 x 90 cm

Es gibt zwar von Tacx einen speziellen eigenen Mantel, den Tacx Trainer Reifen T1396, der aber meiner Meinung nach zu teuer ist.
Außerdem vertraue ich lieber bei Reifen auf Schwalbe, die sind schon etwas länger im Reifenbusiness ;-)Die Matte habe ich aus zwei Gründen so gewählt:
1) Sie ist ausreichend groß um problemlos Rad und Trainer darauf unterzubringen
2) Die Matte hat eine feste Struktur und man kann sie sehr gut reinigen (Schweiß, Getränke, etc…)

 

Optional – falls nicht schon vorhanden, ist ein ANT+ Pulsfrequenz Brustgurt noch erwähnenswert.
Der BLUETOOTH 4.0 und ANT+ BRUSTGURT ist hier meine absolute Empfehlung.
Sehr günstig und verrichtet bei mir schon seit 2,5 Jahren einen sehr guten Dienst!

Es ist übrigens absolut empfehlenswert, den Schwalbe Indoor-Mantel auf eine extra Felge zu ziehen.
So muss man nicht immer den Mantel wechseln, wenn man indoor trainieren will.
Das verdirbt ganz schnell die Lust.

Zu guter Letzt noch mein absoluter Geheimtipp:
Stellt euch auf jeden Fall einen Ventilator dazu. Macht ihr das nicht, schwitzt ihr wie ein Schweinchen…
Rollentraining ohne Ventilator ist wirklich eine sehr sehr schweißtreibende Angelegenheit.
Ich habe mich hier für die AEG VL 5606 WM Windmaschine entschieden.
Relativ leise und trotzdem sehr leistungsstark – läuft.

Passende Software

Ich habe mich neben der Entscheidung zur geeigneten Hardware auch viel mit der Software beschäftigt. Ich halte mich kurz: Es gibt keine bessere als die von Zwift.

Warum? Auch hier fasse ich mich kurz.
Zwift hat einfach die beste Technik, die meisten Auswertungsmöglichkeiten, ein hohes Maß an Abwechslung, ein tolles Motivationssystem in Form von Events, freischaltbaren Goodies und Leveln und mit Abstand die größte Community.

Der Communityaspekt war mir wichtig, da man ja gerne mit vielen Leuten zusammen / gegeneinander fahren möchte.  Außerdem kann man Zwift noch mit seinem Strava Account verbinden und die gefressenen Kilometer dort schön anhäufen 😉
Zuletzt: Zwift kann ich per Fernbedienung mit meinem Handy bedienen.
Die Zwift App kann parallel zur Software auf dem PC ausgeführt werden.
So muss man nicht absteigen um was einzustellen und kann (wenn man will) mit den anderen Fahrern bequem kommunizieren.

Alternativen zu Zwift – nur um sie mal genannt zu haben sind BKOOL und die hauseigene Tacx Trainersoftware – beide Varianten haben so ihre Problemchen, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Für mich auf jeden Fall nicht brauchbar.

Fazit Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Tacx T2180 Vortex Virtual Smart Trainer.
Ich denke, ich habe das beste Preis-Leistungsverhältnis gefunden um den Einstieg in die virtuelle Rollentrainerwelt zu finden.
Meine ersten Fahrten auf dem Rollentrainer haben mir enorm viel Freude bereitet und ich bin wirklich hochmotiviert.

Zudem finde ich es einfach toll nun auch bei schlechtem Wetter fahren zu können, wann ich will.
Kein Substitutionstraining im Winter mehr wie z.B. Laufen oder Schwimmen.
Endlich das ganze Jahr auf meinem heiß geliebten Rennrad verbringen!

Ich hoffe der Artikel konnte euch ein bisschen weiterhelfen und eure Entscheidungsfindung vereinfachen. Man sieht sich dann bei Zwift 😉 Hier heiße ich übrigens ebenfalls Leg and Brain 😀
Wehe ihr überholt mich…

Gruß
Hans

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