Garmin Edge Explore 2018

Test Garmin Edge Explore – Günstige Alternative zum Edge 1030 ?

Test Garmin Edge Explore – Vorwort

Ich habe bis zum jetzigen Tage eigentlich nie die Notwendigkeit gesehen, für ein Navigationsgerät am Rennrad viel Geld in die Hand zu nehmen.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mit meinem Handy in Verbindung mit Komoot und Strava sehr gut zurecht komme.
Es ist halt eine flexible und günstige Alternative zu den teuren Spezialnavis am Markt.
Wie der Titel „Test Garmin Edge Explore – Günstige Alternative zum Edge 1030 ?“ aber schon sagt, hat sich dies nun geändert, da ich ein Garmin Edge Explore zu Weihnachten geschenkt bekommen habe.
Dieser Test (wie alle meine bisherigen Beiträge) sind also nicht durch Hersteller finanziert, gesponsert oder durch Testleihgaben beeinflusst.

Und da ich stolzer Besitzer eines solchen Garmin Edge Explore bin, folgen hier nun meine Erfahrungen mit dem guten Stück und damit verbunden natürlich der Test.
Um eins vorweg zu nehmen: ich war bis jetzt immer zu geizig für ein gutes Navi am Rennrad.
Nachdem ich das Edge Explore nun aber ein paar mal genutzt habe, bin ich wirklich ein wenig geläutert worden.
Gerade in der etwas nasseren und kälteren Jahreszeit kann das Garmin Edge Explore hier bei mir punkten.

Lieferumfang des Garmin Edge Explore

Der Lieferumfang des Garmin Edge Explore beschränkt sich aufs Wesentliche.
Neben dem Garmin Edge Explore an sich wird noch eine zusätzliche Halterung mitgeliefert.
Die mitgelieferten Halterungen sind allerdings für Rennradfahrer wirklich ungeeignet.
Daher sollte man gleich im Vorfeld hier eine zusätzliche Aero-Halterung mit einplanen.
Da ich zwei Rennräder habe, habe ich mich hier einmal für die Zipp Quickview und einmal für die SRAM Quickview entschieden. Dazu aber mehr im Abschnitt zum sinnvollen Zubehör.
Da ich hier auch gerade in Bezug auf die Navigation mit dem Rennrad schreibe, ist das ein kleiner Minuspunkt.
Beim Garmin Edge 1030 wird beispielsweise eine Aero-Halterung mitgeliefert.

Garmin Edge Explore 2018 Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

 

Neben zwei zusätzlichen Halterungen ist noch eine Handschlaufe, ein Datenkabel und eine Schnellstartanleitung dabei. Das wars dann auch schon.
Der Lieferumfang beschränkt sich also auf das Wesentliche.

Technische Daten des Garmin Edge Explore

Das Garmin Edge Explore ist 105 x 55 x 22mm groß.
Es ist also etwas kleiner als das Garmin Edge 1030 (oder auch das ältere Garmin Edge 1000).

Garmin Edge ExploreEs wiegt relativ leichte 115 Gramm.
Als internen Speicher hat es 16 Gigabyte installiert, welcher bei mir schon mit 12 GB belegt ist, wenn man dem Windows Explorer glauben schenkt.
Da nach Adam Riese nun noch 4 GB frei sind, also genug Platz für unzählige geplante oder aufgezeichnete Routen und Touren.

Das Garmin Edge Explore kann sich per GPS orientieren.
Alternative Positionsbestimmungssysteme (was ein Wort) gibt es hier nicht. Weder Galileo, noch GLOSNASS. Aber das stört in der Praxis nicht wirklich.

Das Display des Garmin Edge Explore hat eine Größe von 3 Zoll und eine Auflösung von 240 * 400 Pixeln.
Das hört sich recht wenig an, reicht aber im Praxiseinsatz aus meiner Sicht völlig aus und lässt sich gut ablesen. Vor allem bei praller Sonne ein echter Vorteil zum Handy.

Der Akku ist beim Garmin Edge Explore fest verbaut. Er hält bei voller Beleuchtung und gekoppelten Sensoren bei mir ca. 6 Stunden.
Bei einer 3-stündigen Ausfahrt war er bei etwas über 50% – daher meine Annahme.

Als externe Sensoren können Geräte mit ANT+ und Bluetooth gekoppelt werden. Ich habe hier meine BerryKing Brustgurt erfolgreich koppeln können. Andere Sensoren habe ich bis jetzt nicht getestet.
Es können neben der Herzfrequenz noch Trittfrequenzsensoren, Geschwindigkeitssensoren, Radar, Licht, Elektrorad-Steuerungen und Action Cams von Virb gekoppelt werden.
Achja: und natürlich die (aus meiner Sicht völlig überflüssige) Edge-Fernbedienung.
Ich bin übrigens auch kein Fan von allen anderen Sensoren außer der Herzfrequenz. Warum Geschwindigkeit, wenn man GPS hat? Und die Trittfrequenz ist jetzt auch nicht so relevant für mich, da ich immer ganz gut im Gefühl habe, ob die angestrebten 90 Umdrehungen pro Minute gerade erreicht werden. Man kann sich auch wirklich „totüberwachen“.
Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.
Es gibt viele Rennradfahrer, die sehen das deutlich anders.

Software und Funktionen des Garmin Edge Explore

Das Garmin Edge Explore hat echt eine Fülle an Funktionen.
In vielen Beiträgen wird das in ellenlange Textwüsten verpackt, daher beschränke ich mich hier mal aufs Wesentliche.

Die Navigation funktioniert wirklich sehr gut.
Meine Lieblingsfunktion ist die Round Trip Routingfunktion.
Hier gibt man einfach ein, wie viel Kilometer man abspulen will. Dann kann man noch vorgeben, in welche Himmelsrichtung es gehen soll und das Garmin Edge Explore berechnet dir eine Rundroute.
Wie geil ist das denn bitte?!
Wie konnte ich nur ohne eine solche Funktion leben?!

Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

 

Ich habe immer nur Untergründe für Rennräder gewählt und kann nun nach 4-maligem Ausprobieren sagen, dass das echt hervorragend klappt.
Ich hab bei zwei Touren sogar recht viele neue Ecken entdeckt, die ich ohne das Round Trip Routing mit Sicherheit nicht gefahren wäre.
Der Titel „Test Garmin Edge Explore“ besagt ja einen wirklichen Test, aber sorry – mehr als vier Ausfahrten waren bei den derzeitigen Temperaturen echt nicht drin.

Man kann aber auch Strecken von Komoot, Strava oder als GPX-Datei importieren.
Der Import von GPX-Dateien geht leider nur über die Garmin Connect Software, mit der das Garmin Edge Explore am Computer konfiguriert werden kann.
Finde ich ein bisschen umständlich.
Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

Ganz geil ist die Routenkorrektur, wenn man mal den geplanten Weg verlässt. Das konnte Garmin nicht immer. Das gleiche Problem hatte Komoot früher und hat mich zum teil in den Wahnsinn getrieben.
Schön zu sehen, dass das jetzt funktioniert!
Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

Mitgeliefert wird übrigens eine Karte für ganz Europa.
Garmin hält diese zwei Mal pro Jahr up2date.
Also hat man hier immer die neusten Karten am Start und kann sich gut auf das Gerät verlassen.

Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

 

Und selbstverständlich kann man das Garmin Edge Explore auch als stinknormalen Tacho benutzen:
Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

Zum guten Schluss gibts natürlich auch noch die ein oder andere halb sinnvolle Funktion – zum Beispiel die Wettervorhersage.
Naja – dafür nutze ich dann doch lieber die Wetter-App meines Handys, aber geht halt zur Not auch mit dem Garmin Edge Explore:
Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

Stärken und Schwächen des Garmin Edge Explore

Gut – Butter bei die Fische.
Was ist gut – und vor allem: was nicht!
Fangen wir mal mit den Vorteilen an. Damit das hier keine Textwüste wird, in einer kleinen Aufzählung:

  1. Preis ist wirklich verhältnismäßig günstig
  2. Navigation ist wirklich hervorragend!
  3. Externe Kopplung (gerade mit Komoot) funktioniert problemlos
  4. Es lassen sich viele Sensoren koppeln
  5. Das Gewicht und die Größe sind optimal
  6. Kostenlose Karten-Updates!
  7. Recht geringes Gewicht (115g)
  8. Gutes Display – gerade bei Sonneneinstrahlung hervorragend abzulesen
  9. Aufgeräumtes Menü mit vielen sinnvollen Funktionen
  10. Smartphone-Kopplung (sogar mit Notruf)

Aber – wo Licht ist, ist auch viel Schatten. Daher hier mal meine 10 größten negativen Eigenschaften:

  1. Akku ist fest verbaut.
    Ist der fritte, muss man sich ein neues Gerät kaufen. Das Gehäuse ist fest verschweißt…
  2. Kein Helligkeitssensor zur automatischen Helligkeitsanpassung
  3. Kein direkter GPX-Datei Upload
  4. Nicht vorhandener Höhenmesser (nur GPS)
  5. Updates dauern ewig (mehr als 2,5 Stunden bei mir)
  6. Strava-Upload geht nicht
  7. Nur in der Farbvariante „weiß“ verfügbar. Was soll das? Mein Rennrad ist schwarz!
  8. Kein Temperatursensor
  9. Keine mitgelieferte Aero Halterung
  10. Ohne die Garmin Connect App fehlen coole Funktionen

Sinnvolles Zubehör für das Garmin Edge Explore

Hier gibt es aus meiner Sicht (natürlich neben den ganzen Sensoren) zwei sinnvolle Ergänzungen.
Zum einen wäre eine Gummihülle mit Displayschutz wirklich nett. So passiert nix beim Sturz und das Display bleibt kratzerfrei.
Ich hab das zwar nicht, aber wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich hier das passende Set zulegen.
(Jaja, ich empfehle was, was ich nicht getestet habe, trotz des Titels „Test Garmin Edge Explore“, aber gehört für viele halt dazu).

Zum zweiten ist bei einem, Rennrad die Aero-Halterung unverzichtbar.
Ich habe es ja Anfangs schon erwähnt – ich habe mich für zwei verschiedene Halterungen entschieden.
Zum einen für die Zipp Quickview und zum anderen für die SRAM Quickview.

Die Halterung von Zipp gefällt mir etwas besser, da sie mehr Platz zwischen dem Vorbau lässt.
Kann man ganz gut im Vergleich auf den folgenden Fotos erkennen:

Garmin Edge Explore Garmin Edge Explore Garmin Edge Explore Garmin Edge Explore Garmin Edge Explore

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein klarer Favorit hier also die Halterung von Zipp.

Fazit zum Test Garmin Edge Explore

Insgesamt bin ich recht überzeugt. Man darf halt wirklich kein Edge 1030 erwarten bei dem Preis.
Aber: mal ernsthaft – für mich reichen alle Funktionen auf dem Rennrad hervorragend aus um super bequem zu navigieren. Und darum gehts doch eigentlich, oder?!
Das einzige, was noch schön gewesen wäre, ist der Strava Upload.
Die Höhenmessung ist auch mit GPS ganz okay. Und zur Not lasse ich halt Strava auf meinem Handy mitlaufen, wenn ichs genauer haben will.

Das Einzige, was wirklich nervt, aber auch bei allen anderen Edge Navis so ist:
Warum ist bitte der Akku so fest verbaut?!
Selbst wenn ich ein richtig guter Bastler bin, dann ist es so gut wie unmöglich diesen zu tauschen. Und wenn der Akku nach 2-5 Jahren schwächer wird, sind meine knappen 240€ für das Garmin Edge Explore im Müll. Das finde ich richtig schlecht!
Ja gut – ist mittlerweile bei vielen Geräten so. Aber gerade damit hätte Garmin sich abheben können.
Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern.
Die Navigation ist hervorragend, das Display auch bei schwierigen Lichtverhältnissen stets sehr gut ablesbar und der Akku hält auch recht lange.
Ich werde mein Handy und die damit verbundene Navigation nun durch das Garmin Edge Explore ersetzen.
Es ist einfach super bequem!
Wer bedenken wegen dem Akku hat, möge sich meinen Beitrag zum Handy am Rennrad ansehen – das ist immer noch eine hervorragende Alternative!
Ich hoffe der Titel „Test Garmin Edge Explore“ hat nicht zu viel versprochen und ihr seid nun ein wenig schlauer.

Dann genießt eure Touren und wie immer wünsche ich stets „Kette rechts“

Gruß
Hans

 

(Dieser Beitrag enthält Partnerlinks zur Finanzierung des Blogs)