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Simplon Kiaro Test – Langstrecke & Leichtbau

Da ich im Netz nicht viele unabhängige Tests aus „Benutzersicht“ zum Simplon Kiaro gefunden habe, wolle ich mit diesem Beitrag mal meine eigenen Erfahrungen zum Simplon Kiaro in die Welt pusten. Dieser Simplon Kiaro Test basiert auf meinem Selbstaufbau. Der Rahmen ist also nicht die aktuellste Version und der gesamte Aufbau des Rades ist individuell. Wie genau ich den Aufbau geplant habe, sieht man übrigens in meinem anderen Artikel zu dem Rad:
Rennrad Gewicht reduzieren – Tipps und Tricks
Dieser Test ist natürlich nicht mit dem Hersteller besprochen, noch habe ich hierfür eine Teststellung o.Ä. bekommen. Daher gibt es nachfolgend nur meine eigene Sicht auf das schöne Geschoss.

Simplon Kiaro Test – Der Rahmen

Der Rahmen des Simplon Kiaro ist aus meiner Sicht wirklich eine Augenweide.
Das schöne matte Schwarz ist herrlich puristisch.
Ansonsten ist das farbliche Gewand auf das Wesentliche beschränkt. Herrlich!

Simplon Kiaro
Der Rahmen und seine schöne Form wird nicht gestört durch farbliche Extravaganzen und Highlights, die bei diesem Rad nicht sein sollten.
Da hat Simplon wirklich Vieles richtig gemacht.
Einzig ein paar silberne Applikationen hätten noch gespart werden können.

Und ganz ehrlich: wenn es nach mir geht, hätte der Simplon Schriftzug auch noch schwarz abgesetzt werden können, anstatt Silber.
Aber sei es drum – das ist meckern auf allerhöchstem Niveau!

Simplon Kiaro

Die Rahmenform an sich ist ziemlich speziell. Das Oberrohr ist schön geschwungen und abgeflacht. So etwas sieht man äußerst selten und Simplon hebt sich hier mit dieser Form vom Rest deutlich ab.

Die Form des Oberrohres soll hier aber noch eine schwingungsabsorbierende Funktion aufweisen, die ordentlich flext.

Gepaart mit meiner Syntace P6 HIFLEX Sattelstütze bietet das Rad damit eine hervorragende Stoßdämpfung.

Simplon Kiaro

Simplon Kiaro

Unterstützt wird die stoßdämpfende Eigenschaft durch ein System, das Simplon „Vibrex“ getauft hat.
Die Sitzstreben sind im oberen Bereich zusammengeführt und laufen extrem dünn zum Hinterrad.
Diese Gegebenheit ist eine weitere Besonderheit.

 

Man hat das Gefühl, dass die Sitzstreben sofort brechen, sobald man auf dem Simplon Kiaro platz nimmt, weil sie so dünn verarbeitet sind. Für mich eine recht beeindruckende Konstruktion.

Simplon Kiaro

Die letzte Komponente, um die Stoßdämpfung vollständig abzurunden, ist die „S7.1“ Vorderradgabel, die von Simplex mit dem Zusatz „Advanced Comfort Shape“ beworben wird.
Sie nimmt hier ebenfalls dank des Carbons und der Bauweise Stöße sehr gut auf.

Alles in Allem ist der Rahmen wirklich sehr gelungen. Er ist die absolut perfekte Symbiose aus Leichtgewicht und Langstreckentauglichkeit. Der Rahmenaufbau ist für eine komfortable Sitzposition optimiert, sodass auch längere Ausfahrten zum Genuss ohne Schmerzen werden.

Ich habe mit dem Rad auch nach einer 200 KM Tour keine nennenswerten Probleme oder Schmerzen.
Das sieht bei meinem Cube GTC Race Agree mit einer Slooping-Rahmenarchitektur schon etwas anders aus, da hier die Sitzposition deutlich sportlicher (gestreckter) ist.

Das Rahmengewicht wird von Simplon übrigens mit 1123g angegeben.
Die Gabel kommt dann nochmal mit 476g dazu.

Simplon Kiaro Test – Technische Daten

Mein Simplon Kiaro ist wie folgt aufgebaut:
Rahmen: Simplon Kiaro
Gabel: Simplon 7.1
Schaltwerk: Campagnolo Super Record
Kurbel: Campagnolo Super Record Titan ultra tourque
Umwerfer: Campagnolo Super Record
STI: Campagnolo Super Record Ergopower Ultrashift
Kassette: Campagnolo Super Record Titan
Kette: Campagnolo Super Record
Reifen: Continental Grand Prix 4000 SII (25mm)
Bremsen: Campagnolo Super Record Skeleton
Laufräder: Leeze CC38
Sattel: China Carbon (89g)
Sattelstütze: Syntace P6 HIFLEX
Lenker: Syntace Racelite 2
Vorbau: Syntace Force 109

Die Fahreigenschaften und Besonderheiten des Simplon Kiaro

Das Simplon Kiaro ist meiner Meinung nach der perfekte Allrounder.
Es ist unglaublich leicht (mein Setup wiegt ohne Pedale stolze 6,25 Kg) und trotz des sehr geringen Gewichtes wirklich hervorragend für Langstrecken gebaut.

Simplon Kiaro

So kann man mit dem Rad getrost mal einen Radmarathon fahren, ohne am Ende Rückenschmerzen oder eingeschlafene Hände zu haben.
Und aufgrund des geringen Gewichtes hat man am Berg immer ein bisschen die Nase vorn.
Übrigens: Ich stehe ja total auf ein geringes Gewicht bei einem Rennrad.
Nicht nur, weil man dann ein paar Gramm weniger den Berg hochschleppen muss, sondern auch wenn man mal das Rad aus der Wohnung trägt und nicht gerade im Erdgeschoss wohnt.
Ich kann es einfach mit zwei Fingern anheben – absoluter Luxus!

Neben dern angesprochenen Langstreckentauglichkeit fährt sich das Rad aber auch extrem laufruhig. Durch die komfortable Auslegung „flext“ es enorm.
Kleine Unebenheiten und Stöße gehen bei weitem nicht so in den Rücken, wie bei anderen Rennrädern.
Die Leeze CC38 Laufräder mit den 25mm Contis und die Syntace P6 HILFEX Sattelstütze haben hier natürlich auch einen hohen Anteil.
Ich persönlich kenne nur noch diese gute Stoßdämpfung bei den höherwertigen Rennrädern von Trek.

Simplon Kiaro

Die reinen Fahreigenschaften würde ich beim Simplon Kiaro als direkt bezeichnen.
Es spricht beim lenken super an. Man merkt zudem wirklich, wie verwindungssteif es ist.
Die Lenkung ist recht direkt und man hat immer gefühlt ein bisschen Rückenwind.
Die Sitzposition ist dank des etwas erhöhtem Oberrohr nicht zu gestreckt.
Alles in allem wahrscheinlich der bequemste Renner aus dem Hause Simplon.

Simplon Kiaro Test – Kostenaufstellung

Da mein Simplon Kiaro ja ein Individualaufbau ist, bewerte ich hier auch den Preis nach den Einzelkomponenten.
Ein reguläres (aktuelles) Simplon Kiaro direkt von Simplon gekauft bewegt sich hier in Preisspannen zwischen 2399€ (105er Standardausstattung, 8,14 KG) und 3999€ (Ultegra DI2 7,97 Kg).
Das ist die Preisspanne Stand 02/2019.
Auch hier kann man natürlich noch beim Konfigurator auf der Simplon Website was basteln.
Wechselt man die Laufräder auf die DT Swiss PRC1400 Spline 35 und ändert noch die Lenkervorbaueinheit auf die beste Variante, so kommt man auch mit dem Simplon Kiaro auf eine Gesamtsumme von 5584€ bei 6,91KG.

Hier meine Kostenauftsellung:
Rahmenset Simplon Kiaro: ca. 2000€
Campagnolo Super Record: ca. 2300€
Leeze CC38 Laufradsatz (mit Continentals Grand Prix 4000 SII) : ca. 1220€
Syntace P6 HIFLEX Sattelstütze: ca. 250€
Carbon Sattel: ca. 40€
Syntace Racelite 2 Lenker: ca. 250€
Lizard Skins Lenkerband: ca. 35€
Syntace Force 109 Vorbau : ca. 100€
2x Simplon Flaschenhalter: ca. 40€
Dura Ace SPD Pedale: ca. 175€

Gesamtkosten: ca. 6410€
Gesamtgewicht (ohne Pedale) : ca. 6,25 KG

Vor- und Nachteile des Simplon Kiaro

Hier möchte ich mich recht kurz halten. Zu meckern habe ich nicht viel, da Simplon hier mit dem Kiaro fast alles richtig gemacht hat.
Das geringe Rahmengewicht gepaart mit der guten Virbationsdämpfung sind für einen so leichten „Allrounder“ wirklich outstanding.
Ich fahre das Rad recht häufig und bisher sieht es wirklich noch nahezu aus wie neu.
Der Lack scheint extrem hochwertig und resistent zu sein.

Simplon Kiaro
Trotz der schwarz-matten Farbe sieht man überhaupt keine Kratzer oder Macken.
Einzig der etwas hohe Preis und die kleinen silbernen Akzente (Bild links) sind negativ hervorzuheben. Das wollte ich in Anbetracht des Titels „Simplon Kiaro Test“ natürlich nicht unter den Teppich kehren.

Richtig geil hätte ich es noch gefunden, wenn das Hinterrad leicht in den Rahmen übergeht (Aero), anstelle des runden Rohrs runter zum Tretlager. Aber das wäre nett gewesen, nicht notwendig.

Ansonsten konnte ich tatsächlich nicht viel negatives finden…

Simplon Kiaro Test – Fazit

Ich habe mit meinem Simplon Kiaro Individualaufbau mein absolutes Traumrad gefunden.
Der Preis ist zwar mit knappen 6400€ recht hoch, aber wenn man ein Komplettrad mit den Eigenschaften auf dem Markt sucht, erkennt man, dass hier die Preis/Leistung stimmt.
Es ist unglaublich schick, dabei jedoch wirklich schlicht gehalten. Pures Understatement!
Nur ein Kenner merkt von außen, was er da vor sich hat.
Ein Wolf im schwarz matten Schafspelz.
Hier übrigens ein nettes Foto von einer Pause auf meiner Hausrunde in Paderborn:

Simplon Kiaro

Auf langen ausgedehnten Touren habe ich keine Rückenschmerzen und die Hände werden nicht taub.
Es ist wirklich für die Langstrecke mit mehr als 100KM ausgelegt.
Nichts desto trotz kann es aufgrund des geringen Gewichtes auch am Berg seine Punkte holen.

Die Verarbeitung ist hervorragend und ich habe an der Qualität rein gar nichts auszusetzen.
Wenn man sich am Markt umschaut, dann sieht man immer die großen Marken wie Cannondale, Specialized, Trek, etc…
Aber ein Simplon braucht sich hier aus meiner Sicht nicht verstecken.
Es kann hier locker mithalten.
Und mittlerweile hat Simplon sich als Schmiede für sehr edle Renner am Markt auch gut durchgesetzt.
Und womit??? Mit Recht!

Simplon Kiaro

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Simplon Kiaro Test eine Sicht abseits der großen Testzeitschriften geben.
Zugegeben, mein Rad ist ein Individualaufbau, aber die Ausführungen von Simplon sind (je nach Geldbeutel) mit Sicherheit genauso gut.

Gruß und immer „Kette rechts“

Hans

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