legandbrain.de Garmin Edge 1030

Garmin Edge 1030 Test – wirklich das ultimative Navi?

Ich habe ja schon mit meinem Testbericht zum Garmin Edge Explore einiges zu Navis für das Rennrad aus dem Äther gepustet.
Nun hatte ich die Gelegenheit, mal ausgiebig ein Garmin Edge 1030 zu testen, da ich von nem Freund eine kleine „Teststellung“ erhalten habe.
Wichtig im Vergleich zu anderen Blogs und Testartikeln:
Ich habe nix für den Artikel von Garmin erhalten.
Das ist mir wichtig.
Der erste Eindruck war wirklich vielversprechend und ich habe im Vorfeld eine Menge über das gute Stück gelesen.
Immer, wenn ich bei RTF`s an den Start gegangen bin, hab ich zig Leute mit dem 1030 am Lenker durch die Gegend brausen sehen.
Irgendwas muss ja an dem Mythos dran sein dachte ich – also ran an den Test 😉
Wie der Titel „Test Garmin Edge 1030 – wirklich das ultimative Rennrad Navi?“ schon sagt, hab ich das Edelnavi für Rennräder und Radrennfahrer mal ordentlich unter die Lupe genommen.
Mich hat interessiert, ob der Mythos einem ausführlichen Test standhält. Also los gehts…

Garmin Edge 1030 – Der Inhalt vom Bundle

Das Garmin Edge 1030 Bundle wird neben dem üblichen Schnickschnack wie USB-Ladekabel, Anleitung, etc mit diesen wesentlichen Komponenten geliefert:
– Herzfrequenz-Sensor (Brustgurt)
– Trittfrequenzsensor
– Geschwindigkeitssensor
– Aero-Lenkerhalterung

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Wer sich für das 1030 ohne „Bundle“ entscheidet, der erhält keine Sensoren dazu.
Die Aero-Halterung ist in beiden Varianten enthalten. Es sind auch immer normale Lenkerhalterungen dabei, die spielen aber für Radrennfahrer eher eine untergeordnete Rolle.
Wenn man noch ein Trekkingbike hat, kann man die natürlich gut nutzen.

Garmin Edge 1030 – Technische Details

Ich will hier jetzt keine endlose Textwüste aus dem Ärmel krempeln. Aber ein paar wichtige Features gibt es beim Edge 1030 schon, die erwähnenswert sind.
Zu einen ist mir die Akkulaufzeit aufgefallen. Bei mir hat das Edge 1030 ganze 12 Stunden durchgehalten – always on. Das finde ich ziemlich gut. Reicht auf jeden Fall dicke für jede Tour, die ich so fahren würde… Selbst bei nem 200er 😉
Das Display ist natürlich auch bei Sonneneinstrahlung sehr gut abzulesen – für mich das größte Argument (neben der Akkulaufzeit) für ein Rennradnavi, anstatt einfach ein Smartphone dafür zu nutzen.

Garmin hat noch ein separates Powerpack für das Edge 1030 rausgebracht, was an der Halterung mit montiert wird. Hier sehe ich persönlich aber bei der Laufzeit keinen Vorteil. Ich lade mein Navi eh nach jeder längeren Tour durch und ein Akkupack ist nur unnötiges zusätzliches Gewicht.
Muss aber jeder selbst wissen…

Das Garmin Edge 1030 hat 16 GB internen Speicher und kann mit einer Micro-SD Karte um 32 GB erweitert werden. Ich denke, das reicht insgesamt gut aus, auch wenn man mal spezielle Karten laden will. Mir haben die vorinstallierten Karten aber vollkommen ausgereicht.

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Das Garmin Edge 1030 ist Wassergeschützt (nach IPX7), was bei einem Regenschauer echt praktisch ist und wie bei allen Fahrradnavis von Garmin kann man den Bildschirm bei hellem Tageslicht trotzdem sehr schön ablesen.
Geil ist im Vergleich zu anderen Modellen, dass das Garmin Edge 1030 neben Ant+ auch Bluetooth zum Koppeln von anderen Sensoren oder Geräten unterstützt. So hat man bei der Zubehörauswahl echt einen Vorteil (z.B. Wattmesspedale, etc…)

Das wars dann aber auch schon mit den technischen Details.
Ewige Diskussionen über die tollen oder nicht so tollen Druckpunkte der Tasten, der tollen Verarbeitung des (Kunststoff)Gehäuses, etc… erspare ich euch.
Das Ding ist gut verarbeitet – der Touchscreen tut seinen Dienst – fertig.

Test Garmin Edge 1030 – Funktionen und Features

Jetzt wird es interessant. Was kann das gute 1030 eigentlich wirklich und lohnt sich der immense Mehrpreis im Vergleich zu Modellen wie z.B. dem Edge Explore wirklich?

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Das Edge 1030 ist wahrlich stringent auf Radrennfahrer ausgelegt. Das erkennt man an den Funktionen zu Live-Segmenten bei Strava, der Koppelung von speziellen Sensoren wie dem hauseigenen Varia Vision Head-Up Display von Garmin (wer zur Hölle nutzt so was wirklich?).
Die Strava Live Segmente kann man übrigens nur nutzen, wenn das Handy gekoppelt ist. Das gilt auch für viele andere Funktionen, wie z.B. dem Aktivitäts-Upload (ohne Kabel) oder der Notfall-Benachrichtigung bei einem Unfall. Zusätzlich benötigt man die App Garmin Connect (und natürlich ein Nutzerkonto).

Zwar nicht nur für Radrennfahrer, aber schon etwas spezieller ist die Funktion für Indoor-Trainer, mit der an den Rollentrainer z.B. gespeicherte Streckenprofile übergeben werden können.
So wird der Widerstand der Rolle entsprechend der gespeicherten Strecke bzw. des Streckenprofils wiedergegeben.
Mal ganz ehrlich: Wofür?
Wer nutzt denn bitte seine smarte Rolle nicht mit Zwift oder zumindest der mitgelieferten Software von Tacx? Für mich persönlich also kein wahres Kaufargument.

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Das Garmin Edge 1030 hat recht viele Trainingsfunktionen, die hier nur Mountainbikern oder Radrennfahrern wirklich sinnvoll einen Nutzen beschert. Wattmessung, FTP Wert Anzeige, etc. Das ist natürlich ziemlich cool – und findet man so wirklich selten bei Radnavis.
Ebenfalls nur für wahre Enthusiasten ist die Erstellung von Trainingsplänen. Auch hier kann das Garmin Edge 1030 mit Funktionalität für mich punkten.

Die Navigation an sich ist wie bei allen Radnavis von Garmin gut.
Nicht mehr – nicht weniger.
Die Berechnung einer Route dauert mir persönlich – gerade bei längeren Touren viel zu lange. Bei einer 100km Tour kann das schon mal ne Minute dauern. Seis drum, wenn die Strecke geladen ist, dann navigiert das Garmin Edge 1030 tadellos.

Wie auch bei dem Edge Explore ist beim 1030 das Round Trip Routing eine geniale Funktion, bei der man nur die Himmelrichtung angibt, in die man fahren möchte und das Navi erstellt dir eine (Rennradtaugliche) Rundstrecke. Das ist ja so unglaublich bequem und man entdeckt bei den generierten Strecken immer wieder neue Ecken, die man vorher so nicht kannte.

Ich habe mit dem Garmin Edge 1030 allerdings nur insgesamt 6 Touren gemacht. 4 davon über 100km. Die Routenerstellung hat mich dabei nicht ein Mal auf ne Schotterpiste oder unfahrbare Strecke gelotst. Das ist cool! Wirklich!

Ich habe mich übrigens gegen die Aero-Halterung für das Garmin Edge 1030 entschieden und mal eine Halterng von K-Edge für den Vorbau getestet. Ziemlich coole Lösung, daher wollte ich euch das nicht vorenthalten:

legandbrain.de Garmin Halterung

Fazit zum Test des Edge 1030

Ja – das Ding ist geil. Es ist super verarbeitet, hat eine grandiose Akkulaufzeit und so ziemlich jede erdenkliche Funktion, die einem wirklichen Radrennfahrer ein wohlig warmes Gefühl in die Beine zaubert. Im tägliche Gebrauch lässt es sich auch trotz direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen.
Ich habe nicht wirklich viel zu meckern.
Nichts desto trotz sollte man sich mal realistisch fragen, ob man das alles wirklich benötigt.
Will man wirklich mehr als 500€ ausgeben, wenn man mit ein paar Kompromissen ein Navi bekommt, was einen auch ans Ziel bringt und die gefahrenen Strecken speichert?

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Ich habe ja schon das Garmin Edge Explore getestet – und werde genau dieses Navi weiter nutzen. Warum?
Weil ich die ganzen Zusatzoptionen einfach nicht benötige. Wenn ich ne Runde fahren will, zeichnet das Edge Explore meine Runde zuverlässig auf. Der Akku reicht für meine Touren auch. Der etwas kleinere Bildschirm ist mir Schnuppe. Und wenn ich fertig bin, synchronisiert das Edge Explore auch meine gefahrene Route auch mit Strava (via Handy-Kopplung und Garmin Connect).
Live-Segmente sind mir wumpe…
Ich hab keine Wattmessung am Rennrad – also kann ich hier die volle Funktion des 1030 ebenfalls nicht ausschöpfen.

Versteht mich bitte nicht falsch. Wer ein echter Enthusiast ist, der kann gern die 500+ Euros ausgeben. Aber ein Edge Explore kostet aktuell 185€ bei Amazon. Das ist schon ein eklatanter Unterschied.

Manche Leute kaufen sich nicht mal für 500€ ein Fahrrad….

Also, ums kurz zu machen:
Wer die Kohle hat – und die Funktionen braucht: kaufen
Wer die Kohle hat und ein paar Kompromisse nicht scheut, greift lieber zu günstigeren Alternativen (wie dem Edge Explore)

Ich hoffe ich konnte euch mit dem Artikel eine gute Übersicht über das Garmin Edge 1030 geben.

Viele Grüße und immer Kette rechts 😉

Hans

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