Best Practice - Handy am Rennrad

Handy am Rennrad – Best Practice

Handy am Rennrad als Navi und Tacho – erste Überlegungen

Mit diesem Artikel wollte ich meine Erfahrungen zum Thema Best Practice – Handy am Rennrad mal in den Äther pusten 😉
Es gibt unglaublich viele Rennradfahrer, die mit sau teuren GPS-Tachos wie z.B. dem Falk Ibex, dem  TEASI one³ oder dem (IMHO besten der gloreichen drei) Garmin Edge 1030 unterwegs sind.

Wieso nicht einen „Alleskönner“ GPS-Tacho kaufen?

Das Problem an den Geräten: Sie sind sau teuer und selbst deren Akku wird einen Rennrad-Marathon nur schwer überleben. Sie kratzen alle an der 4-5 Stunden Akkugrenze.
Ich hätte tatsächlich sogar viel Geld in die Hand genommen (und mir dann aber das Garmin Edge 1030) gekauft, aber das Akkuproblem kriegen alle Geräte nicht wirklich in den Griff. Neben dem unverschämten Preisen sind die Geräte zudem in ein paar Jahren veraltet und man darf erneut 200 – 600€ in die Hand nehmen um wieder ein aktuelles Modell sein Eigen nennen zu dürfen.

Meine Lösung zur Handynavigation am Rennrad

Ich habe ziemlich lange in diversen Rennradforen rumgesucht um mich von den Ideen meiner Mitstreiter inspirieren zu lassen. Hierbei habe ich festgestellt, dass es eigentlich nur drei Gruppen gibt:

  1. Die Jungs und Mädels, die niemals(!) ein Navi am Rennrad brauchen
  2. Die Boys und Girls, die immer die teuren Lösungen haben und alles andere sofort kaputt reden
  3. Die Piloten/innen, die ihr Handy nutzen, aber nix dazu posten, weil sie sofort von Gruppe eins und zwei verbal bzw. textuell auseinandergenommen werden.

Dann habe ich mich dennoch dazu entschieden, die Navigation und auch den Tacho an meinem Rennrad durch mein Handy und das passende Equipment zu ersetzen. So viel vorab: Ich habe es bis heute keine Sekunde bereut.

Hier die Beweggründe meiner Entscheidung:

  1. Ich will auch mal längere Touren / mehrere Tage hintereinander fahren ohne Akkuprobleme
  2. Es soll eine Lösung sein, die ich auch auf meinem Trekking Bike nutzen kann
  3. Ich hab keinen Bock 400€ aus dem Fenster zu jubeln um dann nach 2 Jahren festzustellen, dass es was neues und besseres gibt (da bin ich echt ein Opfer)…

Bei meinen ganzen Recherchen bei den üblichen Verdächtigen Versandhändlern und in den Rennradforen bin ich dann zum Entschluss gekommen, dass die Best Practice Lösung eine Handyhülle mit Zusatzakku sein soll. Hier meine endgültige Einkaufsliste:

1x Anker PowerCore 5000mAh Powerbank
1x ZEFAL Pumpenbefestigungsriemen
1x RainCase 3.0 Fahrrad Halterung
1x BLUETOOTH 4.0 und ANT+ BRUSTGURT
1x RainCase 3.0 Fahrrad Ersatz Vorbau Halterung
1x Lightning Kabel 15cm

Best Practice - Handy am Rennrad Zubehör

Mit diesem Einkaufskorb habe ich alles, was ich brauche (inkl. Brustgurt für die Herzfrequenz) und bin bei insgesamt nicht mal 90€ gelandet. Ein guter Preis – natürlich immer vorausgesetzt, man hat ein Smartphone zur Hand. Die Liste ist auf Basis meines IPhones aufgebaut. Für ein Android-Gerät müsste man dann natürlich das Case und das Kabel gegen ein geeignetes anderes Modell austauschen.

Zur Lösung im Detail

Die Anker PowerCore 5000mAh Powerbank habe ich ausgewählt, weil er eine sehr gute Kapazität aufweist (nach 6 Stunden Fahrt bei voller Display Helligkeit noch halbe Ladung über) und weil er Rund ist. Damit lässt er sich perfekt mit den ZEFAL Pumpenbefestigungsriemen am Rahmen befestigen. Sobald man das gemacht hat, kann man einfach das Lightning Kabel in die RainCase 3.0 Fahrrad Halterung stecken und fertig. Schon hat man alles beisammen.

Es gibt übrigens speziell für Rennräder (oder allgemein Fahrräder) einen wasserdichten „Superakku“. Diese Notstrom Powerbank ist aber zuerst mal übertrieben teuer und zudem noch ziemlich schwer. Der von mir gewählte Akku wiegt keine 150 Gramm! Und ganz ehrlich: sollte es mal regnen, dann pack ich meinen gewählten Akku in ne kleine Plastiktüte (hab ich eh immer dabei). Der Akku von meinem Handy hält ja 2,5 Stunden und solange regnet es nicht am Stück 😉 Das ist mir der günstigere Preis alle Mal wert!

Die RainCase 3.0 Fahrrad Halterung habe ich deshalb gewählt, weil sie wasserdicht und gut verarbeitet ist und ich kann dafür separate Halterungen nachkaufen. So kann ich mein Trekking Bike zusätzlich mit der Handyhalterung nutzen ohne mir noch eine weitere ganze Halterung kaufen zu müssen.

Und so sieht das ganze dann montiert aus:

DIY Handy Navvigation am Rennrad Best Practice - Handy am Rennrad - Halterung am Rahmen

Ich finde diese Lösung ziemlich gut, da ich nix auf den Vorbau montieren oder eine spezielle Halterung auf den Lenker gebastelt werden muss. Die Lösung das ganze auf den Rahmen zu bauen finde ich mehr als optimal!

Wenn man kurze Strecken fährt, klickt man die Halterung einfach ab hat nur die Halterung ohne Akku. Mein Handy schafft das bei voller Displayhelligkeit ca. 2,5 Stunden lang. Also für die abendliche Feierabendrunde immer mehr als genug – auch ohne zusätzlichen Unterbau mit dem Akku.

Ohne Halterung sieht das ziemlich unauffällig aus:

Best Practice - Handy am Rennrad Rahmenhalterung

Pro und Contra Handy als Navi und Tacho am Rennrad

Die Pro`s für das Handy am Rennrad:

  • Der Preis ist unschlagbar
  • Es ist flexibel und einfach in der Anwendung
  • Man hat eine unglaubliche Vielfalt an Apps
  • Man hat immer die neuesten Updates kostenlos (insofern man die Apps gekauft hat)
  • Man hat eh immer sein Handy dabei – also kein nutzloses neues Zubehör

Die Contra`s für das Handy am Rennrad:

  • Bei Regen muss man den Akku in eine Plastiktüte verstauen (hab ich immer dabei), weil er nicht wasserdicht ist
  • … mir fällt eigentlich nix mehr ein

Zusammenfassung

Ich finde diese Lösung preislich sowie vom Handling her perfekt. Ich nutze übrigens zur Navigation die App „Komoot“ und zur Kilometerzählung sowie zur Pulsüberwachung ganz stupide die Roadbike App von Runtastic.

Insbesondere Komoot möchte ich euch dringend ans Herz legen.
Die Vollversion kostet zwar 20€, aber seit dem die App in meinem Besitz ist, habe ich so wunderschöne Strecken entdeckt, wie ich sie alleine nie gefunden hätte.
Vielleicht mache ich dazu auch noch mal ein Review – mal sehen 😉

Und nein: ich kriege weder von den Herstellern des Zubehörs noch von Komoot oder sonst wem Geld für diesen Beitrag (soll nur mal so erwähnt sein)…

Gruß
Hans

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